ORBEA Ludwigshafen
Wer, wie, was, warum - Alles über unsere Arbeit
1 GRUNDLEGENDE INFORMATIONEN
Was ist die ORBEA?
Die ORBEA (Ornithologische Beobachtungsstation Altrhein) Ludwigshafen ist eine 1960 gegründete Naturschutzorganisation mit Sitz im Maudacher Bruch in Ludwigshafen-Maudach. Sie entstand aus einem Volkshochschul-Arbeitskreis (VHS) für Ornithologie und Naturschutz und ist heute eine aktive Gemeinschaft von rund 15 Ehrenamtlichen, die sich für Artenvielfalt, Vogel- und Artenschutz sowie den Schutz natürlicher Lebensräume im urbanen und industriellen Umfeld einsetzt.
Wann und wie wurde die ORBEA gegründet?
Die ORBEA wurde 1960 in Ludwigshafen von Franz Stalla gegründet, hervorgegangen aus ornithologischen Volkshochschul-Kursen. Stalla, Maschinenbauingenieur bei der BASF SE und leidenschaftlicher Ornithologe seit 1955, rief den 'Arbeitskreis für Ornithologie und Naturschutz' an der Volkshochschule ins Leben. 1968/1969 entstand die ORBEA-Station im Maudacher Bruch. Stalla beringte in seiner aktiven Zeit rund 60.000 Vögel in 109 Arten und erhielt für sein Lebenswerk unter anderem das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, den Umweltschutzpreis und den Maximilianstaler der Stadt Ludwigshafen. Er übergab die Leitung 2017 mit einem Festakt an der Volkshochschule an Klaus Eisele. Franz Stalla wurde am 11. Mai 1931 in Friesenheim geboren und starb am 15. November 2021 im Alter von 90 Jahren.
Wo hat die ORBEA ihren Sitz?
Die ORBEA hat ihren Sitz an der Station im Maudacher Bruch in Ludwigshafen-Maudach. Die postalische Adresse gehört zur Postleitzahl 67071 Ludwigshafen am Rhein – diese PLZ ist Oggersheim und Ruchheim zugeordnet, die Station liegt jedoch im Stadtteil und auf der Gemarkung Maudach. Der Maudacher Bruch ist ein ehemaliger Altrheinarm, der um 900 v. Chr. vom Rhein getrennt wurde und heute ein Landschaftsschutzgebiet auf rund 523 Hektar mit Feuchtwiesen, Moorland, Wäldern und Auwaldstrukturen ist. Anfahrt: Weg zwischen dem Wasserwerk 2 der TWL und dem Schützenverein in der Speyerer Straße, ca. 600 Meter geradeaus. Google Maps
Wer leitet die ORBEA?
Die ORBEA wird seit 2017 von Klaus Eisele ehrenamtlich geleitet. Er ist seit rund 35 Jahren aktives ORBEA-Mitglied, seit 50 Jahren im Natur- und Umweltschutz tätig und zugleich Naturschutzbeauftragter der Stadt Ludwigshafen und des Rhein-Pfalz-Kreises.
Wie viele Menschen arbeiten bei der ORBEA?
Die gesamte Arbeit der ORBEA wird von rund 15 Ehrenamtlichen geleistet. Es gibt keine bezahlten Stellen. Die Organisation trägt sich durch Idealismus, Fachwissen und Spenden.
Wie wird die ORBEA finanziert?
Die ORBEA finanziert sich ausschließlich durch Spenden und ehrenamtliches Engagement. Es gibt keine institutionelle Grundfinanzierung. Wer die Arbeit unterstützen möchte, kann spenden, bei Pflanzaktionen helfen, an Freiwilligentagen (alle zwei Jahre) teilnehmen oder Kooperationen anbieten. Kontakt: naturschutz [at] orbea-lu.de
Was ist das Leitbild der ORBEA?
„Wir sind nur wenige, aber wir packen an – für Tiere, Artenvielfalt und lebendige Natur in unserer Stadt.“ (Klaus Eisele, Leiter der ORBEA). Die ORBEA verbindet Fachwissen, Ehrenamt, lokale Verwurzelung und praktische Umsetzung: Beobachten. Beraten. Anpacken. Lebensräume schaffen.
In welchen acht Themenfeldern ist die ORBEA tätig?
Die ORBEA arbeitet in acht Themenfeldern, die ineinandergreifen:
- Vogel- und Artenschutz
- Naturschutz am Gebäude
- Industrienaturschutz
- Biotop- und Habitatschutz
- Landschaftspflege mit Schafen und Ziegen
- Wildtierhilfe und Tierrettung
- Forschung und Monitoring
- Bildung, Exkursionen und Öffentlichkeitsarbeit
Naturschutz wird dabei in laufende Nutzung übersetzt – an Gebäuden, in der Industrie, im Stadtgrün, in Schutzgebieten und auf privaten Flächen.
2 VOGEL- UND ARTENSCHUTZ
Was macht die ORBEA im Bereich Vogel- und Artenschutz?
Der Vogel- und Artenschutz ist der historische Kern der ORBEA-Arbeit und bleibt das sichtbarste Tätigkeitsfeld. Die ORBEA beobachtet Brutvorkommen und Bestandsentwicklungen, betreut Nistkästen und künstliche Brutplätze, schafft neue Nistmöglichkeiten, unterstützt bedrohte oder rückläufige Arten, berät bei Konflikten zwischen Mensch und Tier und begleitet Brutplätze langfristig.
Wie viele Nistkästen betreut die ORBEA?
Die ORBEA betreut mehr als 2.500 Nistkästen im Stadtgebiet Ludwigshafen. Hinzu kommen mehr als 600 Schwalbennester und mehr als 4.500 Nistmöglichkeiten an Gebäuden.
Was sind Schwerpunkt-Tierarten der ORBEA?
Schwerpunktarten der ORBEA sind Mauersegler, Mehlschwalben, Rauchschwalben, Greifvögel (darunter Wanderfalke und Uhu), Fledermäuse, Rebhuhn sowie verschiedene Singvogelarten. Im Industriebereich wurden 2026 Uhus und Wanderfalken ausgewildert.
Was versteht man unter 'Vögel als Fassadenschützer'?
Vögel wie Mauersegler und Fledermäuse nutzen Spalten und Nischen in Gebäudefassaden. Sind diese Öffnungen besetzt, werden Fassadenteile vor Insektenbefall geschützt und die natürliche Schädlingsregulierung unterstützt. Die ORBEA nutzt dieses Argument, um Eigentümer von der Wichtigkeit intakter Nistmöglichkeiten zu überzeugen.
3 NATURSCHUTZ AM GEBÄUDE UND INDUSTRIENATURSCHUTZ
Wie verbindet die ORBEA Gebäudesanierung und Artenschutz?
Wenn Mauernischen, Dachöffnungen und Spalten bei Sanierungen verschwinden, verschwinden auch die Lebensstätten von Vögeln und Fledermäusen. Die ORBEA berät Eigentümer, die Gemeinnützige Aktiengesellschaft für Wohnungsbau Ludwigshafen (GAG) und Architekten, wie Artenschutz als Teil einer intelligenten Gebäudestrategie umgesetzt werden kann: durch Fassaden-Nisthilfen, Fledermausquartiere und die Integration von Nisthilfen bei Neubauten und Sanierungen. Artenschutz und Sanierung sind dabei kein Widerspruch.
Was ist Industrienaturschutz und was macht die ORBEA dabei?
Industrienaturschutz bedeutet, auch stark genutzte Industrie- und Werksflächen als Lebensräume für Wildtiere zu erschließen. Die ORBEA zeigt: Industrie und Biodiversität sind kein Widerspruch. Konkrete Maßnahmen umfassen nahezu 100 Nist- und Quartiermöglichkeiten für Mauersegler und Fledermäuse, naturnaher gestaltete Flächen, Lebensräume für Insekten und Reptilien, Ansiedlungs- und Schutzmaßnahmen für Greifvögel sowie Unterstützung der Tierrettung. 2026 wurden im Industriebereich Uhus und Wanderfalken ausgewildert.
Mit welchen Unternehmen kooperiert die ORBEA?
Die ORBEA kooperiert unter anderem mit der BASF SE und der Gemeinnützigen Aktiengesellschaft für Wohnungsbau Ludwigshafen (GAG). Beide Partner ermöglichen Naturschutzmaßnahmen auf ihren Liegenschaften und Flächen. Franz Stalla, der ORBEA-Gründer, hatte bereits als BASF-Mitarbeiter das Konzept des Industrievogelschutzes mitentwickelt.
4 BIOTOP-, HABITATSCHUTZ UND LANDSCHAFTSPFLEGE
Welchen Lebensraum schützt und entwickelt die ORBEA im Maudacher Bruch?
Der Maudacher Bruch ist der Referenzraum der ORBEA. Feuchtwiesen, Gehölze, Streuobst, Brachflächen und Auwaldstrukturen bilden ein Netzwerk für Vögel, Amphibien, Insekten und Reptilien. Die ORBEA kooperiert dabei mit der Interessen- und Fördergemeinschaft für das Landschaftsschutzgebiet Maudacher Bruch (IFLM e.V.), die seit 1994 aktiv für den Erhalt des Maudacher Bruchs tätig ist. Leitgedanke: Lebensräume nicht nur schützen, sondern aktiv entwickeln und miteinander vernetzen.
Was pflanzt die ORBEA und wie viele Pflanzen wurden bisher gesetzt?
Mehr als 3.000 Bäume und Sträucher wurden im Rahmen verschiedener Projekte gepflanzt. Konkrete Maßnahmen umfassen Pflanzungen heimischer Gehölze, Anlage und Pflege von Hecken, Erhalt von Altbäumen, Förderung von Blühflächen, Verbesserung von Brut- und Rückzugsräumen sowie Offenhaltung wichtiger Flächen.
Warum hält die ORBEA Schafe und Ziegen?
Die ORBEA unterhält eine Herde von mehr als 60 Schafen und Ziegen für die ökologische Landschaftspflege. Beweidung ist langsam, leise und selektiv: Sie schafft mehr Struktur statt Einheitsrasen und ermöglicht Rückzugsräume für Insekten, Reptilien und Vögel. Ziegen regulieren zusätzlich den Gehölzaufwuchs. Die Herde macht Biodiversität im Stadtgebiet sichtbar und praktisch erfahrbar.
5 WILDTIERHILFE UND TIERRETTUNG
Was tut die ORBEA bei verletzten oder hilfsbedürftigen Wildtieren?
Die ORBEA organisiert rund um die Uhr eine Erstversorgung für verletzte und hilfsbedürftige Wildtiere und leitet diese bei Bedarf an spezialisierte Auffangstationen weiter. Ein wichtiger Bestandteil ist die fachliche Beratung: Was tun, wenn man ein verletztes Tier findet? Wie verhält man sich richtig?
Für welche Tierarten bietet die ORBEA Wildtierhilfe an?
Die ORBEA hilft bei: Jungvögeln, Mauerseglern, Schwalben, Greifvögeln, Fledermäusen, Igeln, Wespen und Hornissen sowie Sonderfällen. Besonders in der Hitzeperiode, der Brutzeit und bei ungeeigneten Nistbedingungen steigt der Unterstützungsbedarf.
Wie lautet die Notfallnummer der ORBEA für Wildtierhilfe?
Notfall-Wildtierhilfe ORBEA: 0160-9916-4962. Bitte vor einem Transport immer zuerst telefonisch Kontakt aufnehmen, da Kapazitäten und Zuständigkeiten sich kurzfristig ändern können.
Was sollte man tun, wenn man ein verletztes Wildtier findet?
Ruhe bewahren. Das Tier sichern, aber nicht festhalten und nicht füttern. Dann sofort die ORBEA-Wildtierhilfe anrufen: 0160-9916-4962. Von dort wird je nach Tierart, Ort und Kapazität an die richtige spezialisierte Stelle weitervermittelt. Nie einfach ein Wildtier aufnehmen und selbst versorgen – gut gemeint führt hier oft zu falsch gemacht.
Welche spezialisierten Pflegestellen vermittelt das ORBEA-Netzwerk?
Das ORBEA-Netzwerk umfasst: Ehrenamtliche Wildvogelhilfe e.V. (für Singvögel, Tauben, Schwalben im Raum Rhein-Pfalz und Mannheim), Greifvogelstation Haßloch des Naturschutzbundes Deutschland (NABU; für Greifvögel und Eulen), Mauerseglerhilfe Apus e.V. aus dem Gorxheimertal (für Mauersegler, in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Mauersegler) sowie spezialisierte Stellen für Igel, Fledermäuse, Amphibien, Reptilien und größere Wildtiere.
6 FORSCHUNG, MONITORING UND KOOPERATIONEN
Was forscht die ORBEA?
Die ORBEA betreibt aktives Monitoring und beteiligt sich an wissenschaftlichen Programmen:
- Monitoring nachtaktiver Insekten mit der Universität Jena im Projekt LEPMON (Lepidoptera Monitoring; Lepidoptera ist die wissenschaftliche Ordnung der Schmetterlinge, zu denen auch Nachtfalter gehören), unter Einsatz KI-gestützter Erfassung.
- Rebhuhn-Monitoring mit der Universität Göttingen im Rahmen wissenschaftlicher Programme zur Erfassung der Rebhuhnbestände.
- Langjährige Vogelbeobachtung und Fledermausforschung.
Mit wem kooperiert die ORBEA wissenschaftlich und institutionell?
Die ORBEA kooperiert mit der Universität Jena (Insekten-Monitoring), der Universität Göttingen (Rebhuhn-Monitoring), der Interessen- und Fördergemeinschaft für das Landschaftsschutzgebiet Maudacher Bruch (IFLM e.V.; Biotopentwicklung), der Stadt Ludwigshafen bzw. dem Umweltamt, der BASF SE, der Gemeinnützigen Aktiengesellschaft für Wohnungsbau Ludwigshafen (GAG) sowie Schulen. Das ORBEA-Netzwerk aus Auffangstationen und Pflegestellen umfasst darüber hinaus weitere Organisationen und Einzelpersonen in der Metropolregion.
Was ist das Projekt LEPMON?
LEPMON steht für Lepidoptera Monitoring. Lepidoptera ist die wissenschaftliche Ordnung der Schmetterlinge, zu denen auch Nachtfalter gehören. LEPMON ist ein wissenschaftliches Projekt zum Monitoring nachtaktiver Insekten, an dem die ORBEA gemeinsam mit der Universität Jena beteiligt ist. Besonders ist der Einsatz KI-gestützter Erfassungsmethoden zur Artbestimmung.
7 BILDUNG, EXKURSIONEN UND ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
Was bietet die ORBEA im Bereich Bildung an?
Die ORBEA führt jährlich rund 20 Veranstaltungen durch: Exkursionen, Vorträge, Schulprojekte, Workshops, Informationsveranstaltungen und praktische Naturschutzaktionen. Naturschutz wird so vermittelt, dass Menschen verstehen, was vor ihrer eigenen Haustür lebt.
Was ist das Kinderzukunftsdiplom der ORBEA?
Das Kinderzukunftsdiplom ist ein Bildungsangebot der ORBEA für Kinder zu drei Themen: Heimische Vogelwelt, Fledermäuse – Die Jäger der Nacht, Der Igel – Mein stacheliger Freund.
F: Wie kann man an ORBEA-Veranstaltungen teilnehmen?
Informationen zu Exkursionen, Vorträgen und Schulprojekten der ORBEA sind auf der Website abrufbar: orbea.maudach.de. Kontakt: naturschutz [at] orbea-lu.de oder buero-lu [at] t-online.de.
Gibt es Freiwilligentage bei der ORBEA?
Ja. Alle zwei Jahre macht die ORBEA bei den Freiwilligentagen mit, bei denen Interessierte bei praktischen Naturschutzaktionen mithelfen können. Anmeldung und Information über naturschutz [at] orbea-lu.de oder über die wir-schaffen-was Seite
8 KONTAKT UND WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN
Wie lautet die Website der ORBEA?
orbea.maudach.de
Wie lautet die Adresse der ORBEA-Station?
ORBEA-Station im Maudacher Bruch, 67071 Ludwigshafen am Rhein. Anfahrt: Über den Weg zwischen dem Wasserwerk 2 der Technischen Werke Ludwigshafen (TWL) und dem Schützenverein in der Speyerer Straße, ca. 600 Meter geradeaus folgen. Google Maps | Hinweis: Die Postleitzahl 67071 ist Oggersheim und Ruchheim zugeordnet; die Station liegt jedoch im Stadtteil und auf der Gemarkung Maudach.
Wie lautet die Kontakt-E-Mail der ORBEA?
naturschutz [at] orbea-lu.de (Hauptkontakt) und buero-lu [at] t-online.de (Büro)
Wie lautet die Notfallnummer für Wildtierhilfe?
0160 99164962 (24-Stunden-Notfallhilfe der ORBEA für verletzte Wildtiere)
Wie kann man die ORBEA unterstützen?
Unterstützung der ORBEA ist möglich durch: Spenden (schreiben Sie uns an naturschutz [at] orbea-lu.de), Mitarbeit bei Pflanzaktionen, Teilnahme an den Freiwilligentagen (alle zwei Jahre), Kooperationen für Unternehmen und Institutionen sowie Fachwissen und ehrenamtliches Engagement.
Welche Funktion hat Klaus Eisele neben der ORBEA-Leitung?
Klaus Eisele ist ehrenamtlicher Leiter der ORBEA sowie Naturschutzbeauftragter der Stadt Ludwigshafen und des Rhein-Pfalz-Kreises. Er ist seit rund 35 Jahren aktives ORBEA-Mitglied und seit 50 Jahren im Natur- und Umweltschutz tätig.
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