ORBEA Ludwigshafen
Natur & Verantwortung
So helfen wir dem Igel im Garten
Igel in der Stadt finden immer weniger Nahrung und werden häufig verletzt – etwa durch Verkehr, Mähroboter oder Gifte im Garten. Da sie sich an das Leben bei uns angepasst haben, ist Umsiedeln keine Lösung. Stattdessen können wir ihren Lebensraum verbessern: mit naturnahen Gärten, Blühwiesen, Hecken und weniger „aufgeräumten“ Ecken. So schaffen wir wieder Platz für Igel und ihre Nahrung.
Ob unter Laubhaufen, in Büschen oder nachts auf Wiesen – Igel gehören längst zu unseren tierischen Nachbarn in der Stadt. Doch ihr Leben wird immer schwieriger: Die Population nimmt spürbar ab. Auffangstationen berichten von immer mehr geschwächten Tieren, die unter Hunger leiden, krank oder von Parasiten befallen sind. Ein klares Zeichen dafür, dass es den Igeln an Lebensraum und Nahrung fehlt.
Hinzu kommen zahlreiche Gefahren im urbanen Umfeld: Straßenverkehr, Mähroboter und Gartenarbeiten führen häufig zu schweren Verletzungen. Immer wieder werden Igel mit gravierenden Wunden in Pflegestationen gebracht. Auch Gifte wie Rattenkorn oder Schneckenkorn können für die Tiere lebensgefährlich sein. Selbst Zäune werden zur Falle, wenn sie für Igel nicht durchlässig sind.
Einfach Umsiedeln in den Wald? Das funktioniert nicht: Igel sind sogenannte Kulturfolger – sie haben sich an das Leben in unserer Nähe angepasst. In unseren heutigen Wäldern würden sie kaum ausreichend Nahrung finden.
Umso wichtiger ist es, ihren Lebensraum direkt vor unserer Haustür zu verbessern. Schon mit kleinen Veränderungen im eigenen Garten lässt sich viel erreichen:
Weniger Ordnung, mehr Natur – statt kurz geschnittenem Rasen dürfen Blühwiesen mit Wildkräutern entstehen. Hecken, Laubhaufen und naturnahe Ecken bieten Schutz und Nahrung für Insekten – und damit auch für Igel. Denn wo die Natur wieder Raum bekommt, finden auch die Igel zurück.
Der Text basiert auf einem Vortrag von Kathrin Barsnick zum Thema „Igel“. Die Veranstaltung lockte zahlreiche Interessierte in die ORBEA-Station – darunter auch die Redakteure des "Offenen Kanal" Ludwigshafen, Luana Platz und Nicolas Pohl. Vor Ort haben sie Kathrin interviewt und einen spannenden Filmbeitrag produziert, der bei YouTube zu sehen ist: Wie Igel in Ludwigshafen sterben (und was man dagegen tun kann).

- Link zur Igelhilfe: Igelfreunde Rhein-Pfalz | Igelberatung